Unsere Überzeugung, dass die Gründung des souveränen Staates Palästina an der Seite des Staates Israel die einzige realistische Chance für die Regelung des Konflikts zwischen beiden Völkern sei, ist durch die politischen Entwicklungen vor Ort und durch zahllose fehlgeschlagene Verhandlungen unter Führung der USA überholt. Die zivilgesellschaftlich getragene „Genfer Initiative“ hat es trotz massiver auswärtiger Finanzhilfen nicht geschafft, einen durchgreifenden Bewusstseinswandel in beiden Öffentlichkeiten zu erreichen. Entgegen der fortdauernden Verweigerung eines unabhängigen palästinensischen Staates durch die israelische Regierung und der anhaltenden Schwäche der Autonomiebehörde dürften Überlegungen mit föderativen Regelungen zwischen Mittelmeer und Jordan an politischem Gewicht gewinnen. An ihnen wird sich mehr denn je auch die internationale Diplomatie messen lassen müssen.
Reiner
Geb. 1939.
Ab 1959 Studium an der Freien Universität Berlin. 1968/69 Promotion mit einer Arbeit über den „Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“.
1969/70 Redakteur beim Saarländischen Rundfunk, Saarbrücken.
1971 bis 1977 Leiter des Bonner Büros der „Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V.“
1977 Gründungsmitglied des „Deutsch-Israelischen Arbeitskreises für Frieden im Nahen Osten“.
1981 bis 1986 Leiter des Düsseldorfer Büros der Ev. Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Nordrhein-Westfalen.
Bis Juli 2002 Studienleiter in der Melanchthon-Akademie, Köln.
Seither freier Publizist und Autor. Mitarbeit in der Lehrerfortbildung. Presseartikel, Rundfunkmanuskripte sowie Hörfunk- und Fernsehinterviews.
Judith
Geb. 1945
in Jerusalem als Tochter deutscher Eltern, die 1935 nach Palästina emigrieren mussten. Frühe Kontakte zu christlichen Arabern im Sportgeschäft der Eltern. Zwei erwachsene Töchter.
1966 Stipendiatin der Landeshauptstadt München.
1970 bis 1975 zurück in Israel, wohnhaft in Tel Aviv.
Ende 1976 endgültiger Umzug nach München.
Beginn der nahostpolitischen Friedensarbeit nach dem zweiten Golfkrieg 1991. Seither Mitglied der "Jüdisch-Palästinensischen Dialoggruppe München", in dem Palästinenser, Juden und Israelis zusammenarbeiten. Die "Dialoggruppe" tritt für das Ende der israelischen Besatzung und für die Gleichstellung des arabischen Bevölkerungsteils im Staat Israel ein. Organisation von öffentlichen Veranstaltungen mit Israelis und Palästinensern aus der Friedensszene.
Freie Publizistin mit Beiträgen in deutschen Zeitungen, mit Rundfunk- und Fernsehinterviews.